"Diese Band muss möglichst schnell wieder hierher, nach Bruchhausen-Vilsen kommen!", so war es vielfach von den Besuchern zu hören. Ein größeres Kompliment kann man Musikern gar nicht machen, die auf Einladung des Kunstvereins ART-Projekt aus dem Weserbergland angereist waren. Ja, die Freude der Musik und an der Musik schwappte in den Zuhörerraum. "So ein tolles Publikum!" konstatierte Sascha Weiss, der Leader des "Weissemble" am Ende des Konzert mit breitem Lächeln.
Zu diesem Auftritt brachte er seinen Freund Kussi Weiss und dessen Sohn Moreno mit. Zusammen mit dem Gitarrenvirtuosen Kussi hat er als Jugendlicher bereits die ersten Schritte auf die Bühnen gemacht und viele Konzerte im ganzen Land mit den Größen der Gypsymusik bestritten. Nach alter Tradition lernten sie von ihren Vätern und Großvätern nicht nur die Instrumente zu beherrschen, sondern das ganz besondere musikalische Gefühl. Dazu brauchten sie keine Noten. Vielmehr nutzten sie ihre Auge und Ohren zu Lernen. Und so wird es jetzt der nächsten Generation weiter gegeben. Moreno Weiss ist ein typisches Beispiel  hierfür und gilt als außergewöhnliches Talent am Bass. Als einziger Akademiker der Runde brillierte der weltbekannte Starviolinist Viktor Olàh mit seiner perfekten und lockeren Spielweise. In dieser klassischen Besetzung, Solo-, Rhythmus-, Bassgitarre plus Geige spielte schon der große Django Reinhardt, von dessen Liedern eine ganze Reihe an diesem Abend aus einem ehemaligen Gaswerk ein Konzertsaal wurde. Weltbekannte Lieder wie "All of me", aber auch "Sweet Georgia Brown" begeisterten das Publikum. Dieses konnte noch eine weitere typische Wesensart der Gypsy-Musiker kennen lernen, die Spontanität. Denn pötzlich und ohne Ankündigung stand Romano Schwarz aus Münster und weiteres Mitglied des Weissembles mit seiner Gitarre im Türrahmen. Und dann ab auf die Bühne. Etliche Gäste erinnerten sich sofort an das Konzert, welches es ein paar Jahre zuvor in der Kastanie bei Erwing Rau gegeben hatte und begrüßten ihn frenetisch.
Einige der Zuhörer hatten sich zuvor noch nie mit dieser Art der Musik auseinander gesetzt und waren derart begeistert, dass auch sie noch mehr davon forderten. Und so gaben Sascha Weiss, Romano Schwarz und Viktor Olàh noch eine halbstündige Zugabe.
Bleibt nur eins, die Vorfreude auf das nächste Konzert dieser außergewöhnlichen Band in Bruchhausen-Vilsen.