Ein besonderes Vergnügen hatten die Vorsitzende des Vereins ART-Projekt, Karin Altrogge und der Laudator Gert Schröder sowie Dorita Steffanowski (Honorarkonsulat von Peru) den Künstler Reynaldo K’akachi in der Klostermühle Heiligenberg vorzustellen.

Der peruanische Künstler entstammt dem Volk der Aymaren, welches zu den Vorfahren der Inka gehört, und seinen Künstlernamen K’akachi seinem Heimatort entlehnt. Er ist tief in Kultur und Mythologie der Indios verwurzelt, aber voll im Heute lebend und denkend. Die archaische Darstellungsweise seiner Abstammung nutzt er als Stilmittel Relationen der Neuzeit ernsthaft und dennoch mit einem Augenzwinkern zu visualisieren. So nimmt der in Bremen lebende Künstler die Bremer Stadtmusikanten als Symbol für Migration und tauscht die Figuren gegen andere aus. Ja er dreht das Geschehen sogar um, indem er den Vogel als unterste Figur die Last der größeren Tiere zu (er)tragen hat. Dem fügt er auch noch ikonologisch den Fahrradtourismus als vorbeifahrende Voyeure hinzu. Aber auch persönliche Bilder werden ausgestellt, wie zum Beispiel den Abschied von seinem Vater oder der Verlust einer Geliebten. Eher karikativ stellt Fußball und andere Sportarten vor und entlockt dem Betrachter ein Schmunzeln.
Vielleicht empfindet er sich selbst, seiner zweiten Leidenschaft entsprechend, auch selbst als Stadtmusikant. Bei seiner Vernissage gab er zwei „cantata sudamericana“ auf der Panflöte zum Besten.
Diese Ausstellung bekommt von der Redaktion das Prädikat „besonders empfehlenswert“, da hier tausendjährige Kultur mit der Frische der Neuzeit eine umarmende Verbindung der Zeit eingehen (abrazando al tiempo).